Die Positionierung ist bereits der erste wichtige Schritt der Vermarktung. Hier definierst du, was das Produkt oder deine Idee leistet und für wen es geeignet ist, also die Zielgruppe. Du machst dem Kunden klar, warum er dein Produkt kaufen sollte und wie du sein Problem löst. Ebenfalls kannst du dich mit der Positionierung von deiner Konkurrenz abgrenzen und Gründe nennen, warum dein Produkt das richtige für den Kunden ist. Das Ganze fasst du in einem kurzen Positionierungs-Statement zusammen. Amazon beispielsweise startete 2001 mit folgendem Statement:

For World Wide Web users who enjoy books, Amazon.com is a retail bookseller that provides instant access to over 1.1 million books. Unlike traditional book retailers, Amazon.com provides a combination of extraordinary convenience, low prices, and comprehensive selection.

In Kürze ist die Zielgruppe genannt, welches Problem Amazon löst und wie sie sich von der Konkurrenz abgrenzen.

Die Marke

Je nach Geschäftsmodell ist der erste Schritt zur Positionierung die Etablierung einer Marke. Zur Marke gehört neben dem Namen ein Logo. Du kannst mit einem einfachen Textlogo starten oder aber auf Freelancer.com einen Design-Contest für dein Logo erstellen. Da zahlst du einmalig ca. 50 Euro und erhältst von verschiedensten Designern Vorschläge, aus denen wählst du dann den besten oder machst Vorschläge für Anpassungen. Alternativen dazu sind fiverr oder aber 99designs.

Bedenke bei diesen Aufgaben aber wieder die Priorisierung: Meist reicht am Anfang auch einfach eines der kostenlosen FontAwesome Icons oder ein einfacher Schriftzug.

Eine Marke ist dann besonders sinnvoll, wenn du mehrere Produkte etablieren willst oder spezielle emotionale und rationale Gründe für die Wahl deines Produktes sprechen. Um deine Marke neben dem Auftritt nach außen weiter zu definieren, schreibe die wichtigsten Gründe auf, warum jemand dein Angebot kaufen soll.

Die richtige Nische für dein Online-Business finden

Wähle am Anfang eine möglichst konkrete Nische und Zielgruppe. Wer versucht, jeden als Kunden zu haben, hat am Ende keinen als Kunden. Eine Nische zu wählen bedeutet, dass du dir in einem großen Gesamtmarkt einen kleineren Teilbereich heraussuchst und dein Angebot auf diesen ausrichtest. Du kannst dein Geschäftsfeld später immer noch erweitern, aber am Anfang ist eine klar definierte Zielgruppe wichtig.

Facebook begann als Netzwerk für Studenten nur an der Harvard-Universität, verbreitete sich von da aus auf andere Universitäten und ist jetzt weltweit das meistgenutzte soziale Netzwerk. Auch PayPal, das heute einer der größten Zahlungsanbieter im Internet ist, begann mit einigen tausend eBay-Powersellern als Kunden. Sobald erstmal eine kritische Masse an Nutzern für dein Angebot vorhanden ist, verbreitet es sich von alleine weiter.

Anstatt beispielsweise die Entwicklung von Internetseiten allgemein anzubieten, biete Internetseiten für Immobilienmakler an. Die Vorteile sind, dass Immobilienmakler nach einer konkreten Lösung suchen und sofort erkennen, dass du diese anbietest. Außerdem verfügen sie in der Regel auch über die notwendigen finanziellen Mittel, dich zu bezahlen. Aufgrund deiner Spezialisierung identifizieren sie sich viel mehr mit deinem Produkt. Für deine Außendarstellung ist dies ebenfalls ein Vorteil. Du bist nicht irgendeiner von tausenden Webdesignern, sondern du bist der Experte für Webseiten von Immobilienmaklern. Dieses Prinzip der Spezialisierung ist gerade am Anfang wichtig. Wenn du als Experte für deinen Bereich wahrgenommen wirst, kannst du auch automatisch höhere Preise für deine Produkte abrufen.

Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, einen Markt zu unterteilen. Außer eine spezielle Kundengruppe zu nennen, kannst du auch in Einsteiger/Fortgeschrittene, Männer/Frauen, nach Alter, Beziehungsstatus, Körpergröße, finanzieller Situation, Bildungsstand, Zielen und vielem mehr unterscheiden. Anstelle ein Kochbuch für alle herauszubringen, bringst du also ein Kochbuch mit dem Titel: „Kochen für fortgeschrittene, kleinwüchsige, promovierte Single-Frauen über 40 heraus, die gerne abnehmen möchten.“ Wenn es ein paar dieser Frauen wirklich gibt, auf die alles zutrifft, hast du sichere Kundinnen, die sich garantiert super mit deinem Produkt identifizieren.

Natürlich solltest du darauf achten, Zielgruppen zu wählen, die groß genug sind, um deine Ziele zu erreichen. Du kannst hier mithilfe des Google-Keywordplanners beispielsweise herausfinden, wie oft bestimmte Suchbegriffe in Google eingegeben werden und so ungefähr die Größe einer Zielgruppe abschätzen. Auch interessant ist Google-Trends, welches dir die Häufigkeit von Suchanfragen im zeitlichen Verlauf anzeigt. Für Marktplätze wie Amazon gibt es mit Amazon Analytics oder KDSpy ähnliche Tools.

Deine Zielgruppe kennenlernen

Suche dir eine Zielgruppe, deren Problem du löst. Versuche gerade am Anfang nicht, Leute von neuen Lösungen oder Ansätzen zu überzeugen. Das ist mit viel mehr Aufwand verbunden und gehört eher zur langfristigen Strategie. An wen richtet sich deine Idee und löst sie wirklich eines der akuten Probleme deiner Zielgruppe?

Am besten sind hier persönliche 1zu1 Gespräche, in denen du konkret fragst, was bei der Arbeit mit XYZ stört, was die größte Herausforderung ist, wo am meisten Zeit/Geld verloren geht oder was die wichtigste Aufgabe ist, um XYZ zu erreichen. Frage, welche Programme derzeit genutzt werden oder welche Aufgaben immer wieder anfallen und sich vielleicht automatisieren lassen.

Eine Alternative sind Umfragen an mehrere Personen gleichzeitig. Diese kannst du kostenlos mit Google-Formularen erstellen und dort deine wichtigsten Fragen eingeben und über Facebook und Co. viele Leute gleichzeitig erreichen. Stelle konkrete Fragen, die schnell zu beantworten sind. Die Fragen der Umfrage können die gleichen sein, wie die obigen Beispiele. Außer Umfragen kannst du auch Beiträge in Foren oder auf Gutefrage.net verwenden. Du kannst dir auch öffentliche FAQs ansehen, Amazon oder andere Bewertungen für mögliche Konkurrenz-Produkte durchsehen.